Der Tierbefreiungskongress 2010 bietet ein umfangreiches Programm, um sich über aktuelle Themen und Fragestellungen auszutauschen, über die Theorie und Praxis der Tierbefreiungsbewegung zu diskutieren und natürlich um gemeinsame Strategien zu entwickeln. Im Vordergrund soll aber auch die Vernetzung der Aktivist_innen und Gruppen stehen. Hier findet ihr daher Informationen über das geplante inhaltliche Programm. Einen Überblick über die gelanten Arbeitskreise, Vernetzungsphasen und Workshops findet ihr hier. Eine Übersicht über das Kulturprogramm und die Abendveranstaltungen findet ihr hier.
Bei der Gestaltung des inhaltlichen Programms soll es vorrangig um die Interessen, Vorstellungen und Wünsche der Teilnehmer_innen gehen. Schreibt uns daher eure Ideen für konkrete Veranstaltungen. Wenn ihr von Leuten wisst, die einzelne Parts vorbereiten könnten oder ihr selbst etwas vorbereiten möchtet schreibt uns an unsere E-Mail-Adresse (tb-kongress@riseup.net). Referent_innen wenden sich bitte an tbk-referent_innen@riseup.net.
Inhaltliches Programm
Einer der Schwerpunkte ist das inhaltliche Programm. Um dem Kongress eine Struktur zu geben, wird es mehrere Themenstränge geben. Jeder der Themenstränge besteht aus Vorträgen Arbeitskreisen, Workshops und Diskussionen. Aufeinander aufbauende Veranstaltungen bieten zum einen die Möglichkeit, sich kontinuierlich mit bestimmten Fragestellungen auseinander zu setzen. Zum anderen soll damit eine gemeinsame Diskussionsgrundlage auch für spezifischere Themen geschaffen werden. Zu allen Bereichen wird es auch Einführungsveranstaltungen geben, um allen Kongressteilnehmer_innen die Beteiligung an den Veranstaltungen und Diskussionen zu ermöglichen.
Themenstrang Grundlagen für die politische Arbeit
- Sich für die Befreiung von nichtmenschlichen Tieren zu engagieren und verändernd auf das Mensch-Tier-Verhältnis einzuwirken ist nicht immer einfach. Am Anfang stehen oftmals Fragen, wie man sich organisieren kann, über welche Aktionsformen eigenen Vorstellungen Ausdruck verliehen werden kann und welches Know-How hierfür von Nöten ist. Aber auch Aktivist_innen, die sich seit längerer Zeit engagieren, stoßen immer wieder auf grundsätzliche Herausforderungen.
- Für den Themenstrang sind daher einführende Veranstaltungen zu verschiedenen Aktionsformen (Infoveranstaltungen, Demos, Kampagnen), grundlegenden Konzepten (Tierschutz, Tierrechte, Tierbefreiung) und unterschiedlichen Organisationsformen (Gruppen, Vereine, Netzwerke) geplant. Des weiteren Veranstaltungen zu Pressearbeit, Entscheidungsfindung und Antisexismus.
Themenstrang Reflexion der Tierbefreiungsbewegung:
- Seit mehreren Jahrzehnten setzen sich Tierbefreier_innen für die Abschaffung der Tiernutzung und Tierausbeutung ein. Unterschiedliche Konzepte, Aktionsformen und Strategien bieten Möglichkeiten, stoßen aber auch auf Grenzen.
- Daher soll diskutiert werden, wie gegenwärtige Organisationsversuche beurteilt werden, was sich kritisieren lässt und welche Perspektiven es für deren Weiterentwicklung gibt. Geplant sind Veranstaltungen zur Geschichte der Tierbefreiungsbewegung, Diskussionen um bestimmte Aktionsformen, wie regelmäßig stattfindende Großdemonstrationen, Auseinandersetzungen um Selbstverständnis und „Außenwirkung“ der Tierbefreier_innen. In diesem Rahmen soll auch über Vernetzung mit anderen sozialen Bewegungen gesprochen werden und über Netzwerke, Bündnispolitik und Distanzierungen diskutiert werden.
Themenstrang Tierbefreiungsbewegung und Ökologie:
- Der Tierbefreiungsbewegung geht es selbstverständlich nicht nur darum, sich „nur für Tiere“ einzusetzen. Schnittstellen und gemeinsame Ziele mit anderen sozialen Bewegungen werden immer wieder betont. Dieser Themenstrang konzentriert sich um Fragen der „Ökologie“ und ihre Bedeutung für das Engagement für die Befreiung der Tiere.
- In einzelnen Veranstaltungen soll es darum gehen, was von Erfolgen und Misserfolgen der Ökologiebewegung gelernt werden kann, inwiefern bspw. für Veganismus oder gegen Jagd ökologische Argumente“ berücksichtigt werden sollten und wo gemeinsame Handlungsstrategien möglich und notwendig sind. Geplant sind weiterhin Veranstaltungen zur Kritik biologistischer Argumentationen, Grenzen des Veganismus und der „Konsumkritik“ und grundsätzlichen Perspektiven auf gesellschaftliche Naturverhältnisse.
Themenstrang Antispeziesismus und Herrschaftskritik:
- Die Kritik des gegenwärtigen Mensch-Tier-Verhältnisses kommt ohne gesellschaftskritische Analysen nicht aus. Verschiedene Theorien versuchen die Frage zu beantworten, wie sich gesellschaftliche Verhältnisse reproduzieren. Eine Beschäftigung mit theoretischen Fragestellungen bietet daher die Möglichkeit zu schauen, wo Ansatzpunkte für die Tierbefreiungsbewegung sein könnten, das Mensch-Tier-Verhältnis im Sinne der Befreiung der Tiere zu verändern.
- In den einzelnen Veranstaltungen des Themenstrangs soll sich daher die Bedeutung feministischer und rechtsphilosophischer Überlegungen sowie anarchistischer, poststrukturalistischer und kritisch-theoretisch/marxistischer Ansätze für die Tierbefreiungsbewegung aufgezeigt werden.
Vernetzung
Es gibt eine Vielzahl von Gruppen, Initiativen und Kampagnen der Tierbefreiungsbewegung. Auf dem Tierbefreiungskongress können Aktivist_innen und Organisationen aus anderen Städten sich kennen zu lernen, sich über gemeinsame Fragestellungen auszutauschen und zusammen Strategien zu entwickeln. Aber nicht nur während des inhaltlichen Programms oder in der Freizeit soll es die Möglichkeit geben, sich zu vernetzen, sondern auch in den Vernetzungsphasen. Über den Kongress sind mehrere solcher Vernetzungsphasen geplant, die jeweils einen anderen Schwerpunkt haben sollen
Regionale Vernetzung:
- Gruppen und Initiativen aus bestimmten Regionen, z.B. Süddeutschland, Österreich, Ostdeutschland usw. kommen zusammen, stellen einander vor, berichten über jeweilige Aktivitäten und diskutieren, wie eine regionale Vernetzung die lokale Arbeit ergänzen könnte. Aktivist_innen, die nicht in einer Gruppe vor Ort organisiert sind, können Initiativen in ihrer Umgebung kennen lernen.
Inhaltliche Vernetzung:
- Verschiedene Einzelpersonen oder Initiativen, die sich schwerpunktmäßig mit bestimmten Themenfeldern, wie Tierversuche, Fleisch, Zirkus oder „Theoriearbeit“ beschäftigen, treffen aufeinander, um sich über ihre Erfahrungen auszutauschen, sich gegenseitig bspw. mit der Weitergabe von Informationen zu unterstützen oder gemeinsame Projekte und Kampagnen zu entwerfen und weiterzuentwickeln. Interessierte können so auch Ansprechpartner kennen lernen, um selbst in den jeweiligen Bereichen aktiv zu werden.
Zeitplan
Ein typischer Tag auf dem Tierbefreiungskongress wird wie folgt aussehen. Frühstück gibt es von 09:00 bis 10:00 Uhr. Danach finden zwei jeweils eineinhalbstündige Arbeitskreisphasen statt. In jeder AK-Phase werden ca. drei AKs parallel laufen. Um 14:00 bis 15:00 Uhr gibts Mittagessen und dann beginnt die nächste AK-Phase. Um 17:00 Uhr finden dann die Vernetzungsphasen ebenfalls in eineinhalbstündigen Blöcken statt. 19:00 Uhr ist Abendessen und ab 20:30 Uhr beginnen die Abendveranstaltungen sowie das Kulturprogramm.
